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Die wirtschaftliche Lage der Möbelindustrie |
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Elmar Duffner, Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie e.V.:
Deutsche Möbelindustrie 2010 wieder leicht auf Wachstumskurs –
Die wichtigsten Wachstumsimpulse kommen aus dem Ausland
Eine leicht positive Umsatzentwicklung vermeldet im Jahr 2010 die deutsche Möbelindustrie, die im vergangenen Jahr vor allem auf den Auslandsmärkten deutliche Umsatzeinbußen verkraften musste. Mit einem Umsatz von rund 11,4 Mrd. Euro lag sie von Januar bis September 2010 um 0,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Während sich die Inlandsnachfrage als vergleichsweise stabil erwies, stieg der Umsatz auf den wichtigsten Exportmärkten zum Teil deutlich an.
Wie im vergangenen Jahr erwies sich die Nachfrage nach Konsumgütern als deutlich stabiler als die Nachfrage nach Investitionsgütern. Die Büromöbel zeigen mit einem Minus von 4,7 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro ebenso wie die Ladenmöbel mit einem Rückgang von 4 Prozent auf rund eine Mrd. Euro, dass die negativen Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Investitionsgüterbereich nach wie vor spürbar sind. Dagegen vermelden die Kastenmöbelhersteller ein Plus von 8,7 Prozent auf jetzt rund 4,7 Mrd. Euro. Die Küchenmöbel liegen infolge der wieder anziehenden Bautätigkeit im Wohnbau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent auf rund 2,8 Mrd. Euro im Plus. Die Matratzenindustrie entwickelt sich mit einem Umsatzrückgang um 2,6 Prozent auf 540 Mio. Euro schlechter als der Durchschnitt der Branche. Die Polstermöbelindustrie weist statistisch einen Umsatzrückgang um 14,1 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro aus, dieser Wert muss allerdings aufgrund der zu Anfang des Jahres seitens der amtlichen Statistik erfolgten Umgruppierung – einige Hersteller von Polstermöbeln wurden anderen Fachzweigen zugeordnet – relativiert werden. Nach alter Rechnung läge der Wert deutlich besser.
Positive Impulse kamen in den ersten drei Quartalen 2010 vor allem vom Exportgeschäft. Während der Inlandsumsatz um lediglich 0,3 Prozent zulegte, wuchsen die Exporte um 8,4 Prozent auf rund 5,8 Mrd. Euro. Als Boomregionen erwiesen sich wieder einmal mit Ausnahme Brasiliens die BRIC-Staaten, insbesondere China, Russland und Indien. Die Industrieexportquote kletterte von Januar bis September 2010 auf 27,5 Prozent. Der Inlandsmarkt leidet allerdings weiter unter der fast ausschließlichen Vermarktung der Möbel über den Preis. Dies geht zu Lasten der Ertragslage, die durch steigende Rohstoffpreise und sich verteuernde Zulieferprodukte sowie höhere Energiekosten zusätzlich belastet wird.
Für die Möbelindustrie erwarten wir vor dem Hintergrund dieser Entwicklung einen Umsatzanstieg von bis zu 3 Prozent für das Gesamtjahr 2010. Im Jahr 2009 gab es in Deutschland 1.062 Möbelproduzenten mit 20 und mehr Beschäftigten mit insgesamt rund 103.000 Arbeitern und Angestellten. Die Zahl der Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten lag im Durchschnitt der ersten drei Quartale 2010 mit 535 um 2,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Zahl der Beschäftigten reduzierte sich um 3,6 Prozent auf rund 88.200.
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